• Bonusmutter Jule

Über das „Zu-Bett-gehen“ und Energydrinks

Aktualisiert: 18. März




Diese Woche schrieb mir eine befreundete Bonusmama zu dem Thema „Kinder zu Bett bringen“. Sie und ihr Partner haben konträre Auffassungen dazu:

Ihre eigenen Kinder sollten ab ca. 20 Uhr im Bett sein und dürfen dann noch bis 21 Uhr lesen, Hörbuch hören etc.. Um 21 Uhr sollte dann das Licht aus sein, damit die Kids genügend Schlaf bekommen haben, wenn sie morgens um 6 Uhr wieder aufstehen müssen.

Ihr Partner sieht es bei seinen Kindern anders: die Kinder dürfen generell so lange aufbleiben wie die Erwachsenen. Wenn also das Paar um 22 oder 23 Uhr ins Bett geht, dann gehen die Kinder dann auch erst ins Bett.


Stress ist natürlich vorprogrammiert, weil zwei Kinder früh ins Bett gehen müssen und zwei Kinder länger aufbleiben dürfen. Zudem verbleibt dem Paar keine gemeinsame Zeit mehr.


Regeln für das Zu-Bett-Gehen

Das Thema ist kein leichtes – um es direkt vorwegzunehmen.

Ich selber bin mit ähnlichen Regeln aufgewachsen wie die befreundete Bonusmama, von der ich berichtet habe. Bei den Tagesthemen im Ersten, die damals in den 90ern regelmäßig von meinen Eltern geguckt wurden, saßen wir schon im Schlafanzug und um 20:15 Uhr ging es dann in die Heia. Ich - als große Schwester - durfte auch noch lesen; mein kleinerer Bruder hätte auch noch lesen dürfen, aber hatte erstens keine Lust dazu, und war zweitens aufgrund diverser Sport- und Freizeitaktivitäten meist so müde, dass er wie ein Stein ins Bett fiel und direkt einschlief.


Mein Biorhythmus ist leider der einer Nachteule, so dass ich stets nur schwer in den Schlaf gefunden habe und meist auch noch um halb zehn wach war. Auch wenn sich meine Eltern Mühe gegeben haben, mir einen ordentlichen Schlafrhythmus anzutrainieren, war es ein Ding der Unmöglichkeit. Und auch heute ist es noch so, dass ich die Welt abends um 23 Uhr retten würde, und nicht morgens um 7 Uhr.


Regeln für das Wochenende

Zu Anfang meines Bonusmutterdaseins hatten wir die Kinder nur am Wochenende, d.h. es ging nur um die Frage, wann es Samstag und Sonntag abends ins Bett geht. Meistens lief es auf eine Zeit gegen halb zehn oder zehn hinaus, was gefühlt – nach meiner Empfindung als ehemalige Babysitterin, die die 7-jährige immer um 20 Uhr ins Bett gepackt hatte – zu spät war – zumindest für Tommi. Ich ließ allerdings Marc entscheiden und machte es nicht zum Diskussionsthema, dass Tommi aus meiner Sicht als damals 6-Jähriger früher ins Bett gemusst hätte, denn schließlich ist Marc Erziehungsberechtigter (zum Thema Erziehungsberechtigung habe ich auch bereits einen Blog-Artikel verfasst).


Nach ca. zwei Jahren entschied Uschi, dass Marc die Kinder Montag morgens direkt zur Schule bringen sollte. Dies hätte den Vorteil, dass sie dann „den Sonntag noch für sich hätte“ und zudem Montag morgens an der Kaffeerunde im Büro, die sonst täglich ohne sie abläuft, teilnehmen könnte. Man sollte ihr doch „wenigstens diese Freude im Leben lassen, wo sie doch sonst keine Freuden mehr im Leben hätte“. Ich schreibe dies nicht boshaft oder gehässig über Uschi, aber dies sind tatsächlich die Nachrichten, die uns erreichen. Mit Menschen in „Opferhaltung“ lässt sich nur leider schlecht verhandeln, da sie sachlichen Argumenten meist nicht aufgeschlossen sind.


Regeln für Schultage

Es stand nun die Frage an, wie lange die Kinder Sonntag abends aufbleiben durften, wenn es Montag morgens um viertel vor 6 hieß, aufzustehen? Wir entschieden uns für 20 Uhr und versuchten bereits Sonntag morgens sie zeitiger aufstehen zu lassen, damit sie abends maximal müde sein sollten. Dies klappte so semi: Tommi schlief dann abends um halb 9 meistens tief und fest, während Annika noch um viertel vor 10 Durst hatte o.ä..


Als dann Corona kam und das Homeschooling von uns übernommen wurde, nachdem es bei Uschi erfolglos verlaufen war, etablierten wir ein Zu-Bett-gehen gegen halb 9 bzw. halb 10 und weckten die Kinder morgens um 7 Uhr, was auch gut klappte.


Eine kurze Internetrecherche zu der Frage "Schlafdauer Kinder" brachte folgende Empfehlung zu Tage:

„Babys zwischen vier Monaten und einem Jahr brauchen im Verlauf von 24 Stunden etwa 12 bis 16 Stunden Schlaf, Ein- bis Zweijährige benötigen ca. 11 bis 14 Stunden und Drei- bis Fünfjährige 10 bis 13 Stunden – einschließlich Vormittags- und Nachmittagsschlaf. Schulkinder zwischen sechs und zwölf Jahren sollten etwa 9 bis 12 Stunden in der Nacht schlafen und Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollten 8 bis 10 Stunden Nachtruhe bekommen“

(Quelle: https://www.familienhandbuch.de/aktuelles/neue/32973/index.php#:~:text=11%20bis%2014%20Stunden%20und,Dr. )


Wir befanden uns also sowohl am Wochenende als auch an Schultagen in der zulässigen Range.


Regeln bei Uschi

Wie es genau bei Uschi aussieht, ist uns leider nicht bekannt. Wenn ich allerdings Annika Samstag morgens um 10 Uhr nach 12 Stunden Schlaf unmotiviert, die Welt hassend, motzig am Frühstückstisch sitzen sehe, habe ich den Hauch einer Ahnung, wie es unter der Woche bei Uschi abläuft.


Just gestern sprachen wir mit Annika über ihre Freundin Isabel (Marc und ich nennen sie auch gerne „das Früchtchen“), die im Lateinunterricht an der Tafel zusammengeklappt war, nachdem sich ihre Pupillen nach oben gedreht hatten und sie ihre Hände nicht mehr bewegen konnte. Marc und meine Vermutung waren (jeweils gesondert voneinander), dass Isabel zu viele Energydrinks getrunken haben könnte.


Annika erzählte offen, dass Isabel oft bis 4 Uhr morgens an Schultagen wach sei und sich dann mit einem (oder zwei) Energydrinks pushen würde, um zur Schule gehen zu können. Die Energydrinks wären eigentlich Annikas Idee gewesen und sie präsentierte uns mächtig stolz ihren Erfolg, das Trinken von Energydrinks in der Mädelsclique etabliert zu haben. Sogar Mona (unser Vorzeigemädchen, das immer als gutes Beispiel für Annika herhalten muss) tränke regelmäßig Energydrinks.


Über den Energydrink

Wir versuchten herauszufinden, weshalb man dann jetzt Energydrinks trinken müsste.


Als erstes Argument wurde aufgeführt, dass Energydrinks „so unglaublich lecker“ wären, wobei Monster super wäre und RedBull „einfach nur eklig“. Wir überlegten gemeinsam, ob sich nicht ein Alternativgetränk finden ließe?


Dann wurde uns dargelegt, dass Paola und Annika ja einen ganz unterschiedlichen Filmgeschmack hätten und damit man alle Filme an einem Abend gucken könnte, die beiden Mädels gefielen, müsste man sich mit Monster pushen, um durchzuhalten.

Die Frage, weshalb man nicht einfach tagsüber weiter schaut, stiftete Verwirrung (ich gebe ja zu, dass es natürlich cooler ist, abends/ nachts einen Filmabend zu machen, aber es ist ja auch die Frage, warum man dann gleich 4-5 Filme gucken muss, anstatt – wie damals bei uns – nur 1 oder maximal 2?).


Ich erklärte Annika, dass ihr Körper ihr ziemlich eindeutig sagen würde, dass sie müde sei und sie dies aber ignoriere, über ihre Grenzen hinausgehe und einfach einen Energydrink drauf kippen würde. Die Tatsache, dass ihrem Körper das aber nicht in den Kram passt, sähe man dann ziemlich eindeutig später, wenn sie über Kopfschmerzen und zuweilen auch Bauchschmerzen klage und dann nicht in der Lage sei, in die Schule zu gehen. Wir untermauerten unser (spontan durch Eintippen der Wörter „Energydrinks Kinder“ auf google.de erworbenes) Fachwissen noch mit Informationen über die Nebenwirkungen von Energydrinks (siehe u.a. https://projekte.meine-verbraucherzentrale.de/DE-BY/verkauf-von-energydrinks-an-kinder-1).

Nicht umsonst fordern verschiedene Stimmen ein Verbot des Verkaufs an unter 18-Jährige.


Wir diskutierten mit Annika noch über Alkohol und Zigaretten, was sie (zumindest wörtlich) absolut ablehnt (ihre Körpersprache sagte etwas anderes, aber das soll heute nicht das Thema sein).


Ergebnis der Diskussion ist zumindest, dass wir einmal beobachten, wie häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit und Bauchschmerzen auftauchen, wenn man über die Ferien bei uns ist und auf Energydrinks und Nächte durchmachen verzichtet und versucht regelmäßig zu schlafen.

Über das Ergebnis werde ich natürlich auf diesem Kanal berichten.


Wie ist es bei Euch? Gibt es Diskussionen mit dem Partner oder den Kindern, wann die Kinder zu Bett gehen? Habt Ihr vielleicht auch Diskussionen mit Uschi, die andere Maßstäbe ansetzt als Ihr? Und habt Ihr eventuell auch einen Teenager zu Hause, der sich gerne mit Energydrinks pusht, um in der Schule fit zu sein?

Ich bin gespannt auf Eure Erlebnisse, Meinungen und Kommentare zu dem Thema!

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